Wenn Sie Ihre Tomaten ausgeizen, erhöhen Sie die Tomatenernte dramatisch – wie es funktioniert und was Sie beim Ausgeizen beachten müssen.

Egal ob Stabtomaten, Fleischtomaten oder Salattomaten: Spätestens ab Juni schießen die Tomatenpflanzen in die Höhe, bilden immer mehr Blätter und Blüten, aus denen sich binnen kurzer Zeit die knallroten Tomaten entwickeln. Ziel des Tomatenzüchters ist es, dass die Tomaten in die Höhe wachsen – nicht zur Seite. Genau das passiert aber, denn die Tomatenpflanze bildet von Natur aus jede Menge Seitentriebe. An den Blattachsen entstehen junge Triebe, die möglichst bald entfernt werden müssen – der Gärtner nennt dies „Ausgeizen“.

Tomaten ausgeizen: Alle Kraft in den Haupttrieb

Beim Tomaten ausgeizen entfernen Sie die Geiztriebe zwischen den Blattachseln der Tomate (Foto: Handtuchgarten.de)
Beim Tomaten ausgeizen entfernen Sie die Geiztriebe zwischen den Blattachseln der Tomate (Foto: Handtuchgarten.de)

Indem Sie die unerwünschten Seitentriebe an der Tomatenpflanze entfernen, steckt die Tomate all ihre Wuchskraft und alle Nährstoffe in den Haupttrieb und in die Früchte. Würde man die Tomate nicht ausgeizen, würde sich eine buschige Tomatenpflanze mit vielen Trieben entwickeln. In der Folge würden sich zwar Unmengen von Blüten und Früchten bilden, die aber klein bleiben und eventuell überhaupt nicht ausreifen. Ein weiterer Grund, warum Sie Tomaten ausgeizen sollten: Die Pflanze bleibt kompakt und wächst senkrecht in die Höhe, der Haupttrieb lässt sich prima an Tomatenstäben oder Rankgittern nach oben leiten. Wird die Tomatenpflanze zu buschig, lässt sie sich kaum noch bändigen und abstützen: Beim nächsten Windhauch brechen die viel zu schwer gewordenen Triebe einfach unter der Last der Tomaten zusammen. All das können Sie vermeiden, indem Sie die Tomate regelmäßig ausgeizen. Wird überschüssiges Blattwerk entfernt, stehen die Pflanzen zudem luftiger und neigen weniger zur gefürchteten Krautfäulnis. Im Idealfall besteht eine Stabtomate aus einem, maximal zwei starken Haupttrieben.

So funktioniert das Ausgeizen von Tomaten

Zum Ausgeizen der Tomate benötigen Sie kein Werkzeug, denn die sogenanten Geiztriebe in den Blattachsen sind noch ausgesprochen weich: Mit den Fingerkuppen und Fingernägeln lassen sie sich ganz leicht abknipsen. Alternativ können Sie auch eine kleine Schere einsetzen. Größere Geiztriebe brechen an einer Art Sollbruchstelle, sobald Sie den Trieb leicht zur Seite biegen.

 

Der optimale Zeitpunkt zum Tomaten ausgeizen

Das Ausgeizen können Sie bereits beim Auspflanzen der jungen Tomatenpflanzen ins Beet oder in den Kübel vornehmen. Kontrollieren Sie von da an mindestens wöchentlich alle Tomatenpflanzen und entfernen Sie die jungen Triebe. Je kleiner die Seitentriebe, desto besser, denn je größer der Seitentrieb wachsen kann, desto größer die Wunde, die beim Entfernen des Triebes entsteht. Kleine Wunden heilen schnell und bieten schädlichen Keimen keine Angriffsfläche.

 

Tipps & Tricks rund ums Tomaten ausgeizen

Regelmäßiges Ausgeizen der Tomaten führt zu deutlich größeren Tomatenernten (Foto: Dehner)
Regelmäßiges Ausgeizen der Tomaten führt zu deutlich größeren Tomatenernten (Foto: Dehner)
  • Achten Sie darauf, dass Sie nicht versehentlich Fruchtansätze entfernen. Sie erkennen Geiztriebe daran, dass diese in den Blattachseln sitzen – also zwischen Haupttrieb (= der „Stamm“ der Tomate) und Fruchttrieb (= Rispen, an denen sich Blüte und Früchte bilden).
  • Bestimmte Sorten müssen bzw. sollten nicht ausgegeizt werden. Dazu gehören ausgewiesene Strauch- und Buschtomaten, wie sie zum Beispiel für die Anzucht in Kübeln und Blumenkästen angeboten werden. Eine der bekanntesten Sorten ist etwa Tasty Tumbler. Im Fachhandel findet man diese kompakt bleibenden Pflanzen auch unter Begriffen wie „Party-Tomaten“, „Cocktailtomaten“ oder „Buschtomaten“.
  • Ausgegeizte Tomatenpflanzen müssen sorgsam angebunden werden. Binden Sie den Haupttrieb alle zehn Zentimeter an den Tomatenstab oder das Rankgitter.
  • Die entfernten Triebe können Sie auch zur Vermehrung nutzen, indem Sie größere Exemplare (mindestens zehn Zentimeter hoch) einfach in humusreiche Erde pflanzen, gut angießen und dort weiterkultivieren. Kleinere Pflanzen können Sie für ein paar Tage in ein Glas Wasser stellen: Die Setzlinge schlagen schnell Wurzeln. Je früher Sie die Geiztriebe einpflanzen, desto größer die Chance, dass Sie noch im selben Jahr Früchte von der Pflanze ernten können.
  • Wenn die Tomaten im Freien stehen, sollten Sie für das Ausgeizen einen sonnigen, warmen Tag abwarten: Bei regnerischem Wetter besteht die Gefahr, dass sich unerwünschte Keime über die Wunden in die Tomate einschleichen.

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